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Das Wunder von Güssing

Wie ein kleiner Ort im Südburgenland zum Energie-Mekka wurde: Mit guten Ideen, Zukunftstechnologien und der Unterstützung durch das Unternehmen Parador.

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guessing-produktion-parador-detail6“Wann werden wir das Kraftwerk sehen?” Die Dame aus Nicaragua tritt ungeduldig von einem Bein aufs andere. Von ihrem routiniert wirkenden Führer wird sie genauso geflissentlich ignoriert wie ihre Kolleginnen. Reinhard Koch, Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für erneuerbare Energie (EEE), ist ungeduldige Gäste gewohnt: Dort, wo Sie jetzt stehen, habe ich mich erst letzte Woche mit dem Premierminister der Cook-Inseln unterhalten und in der Woche zuvor mit ein paar Mitarbeitern des MIT.

Reinhard Koch hat für die kleine Gruppe wissbegieriger Energie-Fachfrauen aus Zentralamerika ein gewinnendes Lächeln übrig: Selbst die Gesandten der technischen Hochschule aus Cambridge waren beeindruckt von unserem Standort, so sehr, dass sie Güssing Ökomekka nannten. Das hat uns ganz schön stolz gemacht ein Mekka kann es immerhin nur einmal geben. Mister Biomasse, wie der Ingenieur und Geschäftsführer des EEE gern bezeichnet wird, ist zu Recht stolz auf sein Werk: Dort, wo Koch heute mit über 140 Beschäftigten an neuen Energiekonzepten feilt, war vor gut fünfzehn Jahren nichts.

Und neben diesem Nichts lag Güssing ein typischer kleiner Ort im malerischen, aber bitterarmen Burgenland. Eine Blaskapelle, ein Café mit dem schönen Namen Mocca, das kleine Kino hatte in den Sommermonaten geschlossen. Autobahn? Bahnhof? Fehlanzeige. Die Vergangenheit grüßte stolz und gewaltig in Form einer Burgruine, auf einem Vulkankegel über dem ganzen Dorf thronend wie ein Verweis auf dessen Winzigkeit; Baujahr: 1157. Die Zukunft schien dem kleinen Städtchen seltsam fremd. Damals haben wir uns gefragt, wofür die Einwohner unserer Gemeinde wohl am meisten Geld ausgeben. Für Energie! Das war im Jahr 1998. Damals erfand Koch, zu diesem Zeitpunkt technischer Leiter der Stadtverwaltung, den Plan Ökoenergieland, mit dem er Güssing und Umgebung zum Vorzeigestandort für erneuerbare Energien machte. Er ließ das größte Biomassekraftwerk der Welt bauen und katapultierte seine Heimatstadt kurzerhand in ein komplett neues Jahrtausend.


Nguessing-Lager-parador-Detail3achhaltigkeit ist in Güssing viel mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis

Etwa zwei Jahre später suchte Parador nach einem neuen Standort für die Fertigung der Echtholzproduktion des Unternehmens. In Güssing bekamen wir einfach langfristig die besten Konditionen. Hier hatte man schon damals gut verstanden, dass sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nicht ausschließen dass sie Hand in Hand miteinander gehen, so Volkmar Halbe, Vorsitzender der Geschäftsführung von Parador. Die modernen Parador-Werkshallen befinden sich in Sichtweite des EEE. Kaum eine der vielen Besuchergruppen aus aller Welt, die das EEE besuchen, kommt ohne einen kurzen Zwischenstopp am Werk aus. Immerhin ist Parador heute der größte private Arbeitgeber der Stadt mit wachsendem Erfolg: Wurden im Jahr 2002 noch 300 000 Quadratmeter Naturboden hergestellt, so sind es heute 2,5 Millionen. Wie zum Beweis, dass Parador auch wirklich eine wichtige Säule des Energiekonzepts von Güssing ist, klopft Egon Marin, Leiter des Parador-Werks in Güssing, auf eine kleine, unscheinbar wirkende Röhre. „Durch diese Hochdruckleitung werden Holzschnitzel, Schleifstaub und Sägemehl direkt in das Biomassekraftwerk Güssing geschickt.“ Neben den mehr als modernen Fernwärmeanlagen, neben den dreizehn kleineren Biogas-, Biostrom- und Photovoltaikanlagen in Güssing und Umgebung ist das Biomassekraftwerk der Grund, weshalb Tausende Menschen aus aller Herren Länder einen Ort besuchen, der nicht einmal über eine Autobahn zu erreichen ist: In einem hochmodernen Verfahren wird Holz hier unter Ausschluss von Luft und unter Zusatz von Wasserdampf vergast. So entsteht ein stickstoffarmes, hochwertiges Produktgas, aus dem Wärme und Strom, synthetischem Erdgas und Treibstoff gewonnen werden. So können sämtliche Bewohner Güssings, kann die gesamte Industrie nebst Krankenhaus vor Ort mit Energie zu Niedrigstpreisen versorgt werden. Überschüssiger Strom wird verkauft, wovon die Gemeinde extrem profitiert – ein eigener Basketball-Erstligist, ein ehrgeiziges Kulturprogramm und besonders niedrige Arbeitslosenquoten bezeugen den Erfolg.


guessing-produktionsanlage-parador-detail4Dank Parador ist Güssing und Umgebung eine autonome Energie-Region

Im Amt des Bürgermeisters von Güssing herrscht hektisches Treiben. Zwar wird die Besuchergruppe nicht auch noch zu Peter Vadasz von der ÖVP geschleust, dessen Idee es war, Güssing zum Ökopionierland werden zu lassen. Während die kleine Menschentraube mit einer Blaskapelle auf dem Marktplatz vorlieb nimmt, wuselt der energetische Mann hektisch durch sein Bürgermeisteramt wie Asterix kurz vor der entscheidenden Schlacht gegen die Römer. „Unser Modell kann auch in Dubai funktionieren“, gibt Vadasz stolz zu Protokoll. „Biomasse gibt es schließlich überall!“ Mit der gleichen Technologie, mit der in Güssing Holz vergast werde, könne man auch Abfälle, Klee, einfach alles in Energie umgewanden. „Die Technologie ist wirklich bahnbrechend. Durchschnittlich reisen wir einmal im Monat um die Welt und beraten neue Interessenten.“ Seit Fukushima sei die Nachfrage noch einmal extrem gestiegen. „Niemand möchte von der zerstörerischen Atomenegie abhängig sein, genauso wenig wie von den endlichen Ressourcen Erdöl oder Erdgas.“ Und während im Hintergrund schon wieder das Telefon klingelt, packt draußen die Blaskapelle ihre Instrumente wieder ein: Ein ganz normaler Tag mit einer ganz normalen Führung durch ein kleines Dorf am Rande Europas geht zu Ende – ein Dorf, das durch eine gute Idee und die Unterstützung von Parador zum Tonmeister in Sachen Nachhaltigkeit wurde. Der Dame aus Nicaragua hat die Führung gut gefallen. „Nur eine Basketballmannschaft“, sagt sie mit einem leichten Schmunzeln, „die brauchen wir in meiner Heimat nicht.“ Dann steigt sie in einen Bus ein, und ihr freundliches Gesicht wird kleiner und kleiner, bevor es in den Biegungen des Burgenlandes für immer verschwindet.

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