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Mailand 2011: Die Schönheit des Echten

Zum 50. Mal fand in diesem Jahr die Mailänder Möbelmesse statt, und wieder einmal herrschte der Ausnahme-Zustand in der lombardischen Hauptstadt: Allein auf dem Messegelände in Rho wurden an sechs Tagen 321.000 Design-Begeisterte aus aller Welt gezählt. Parador besucht diese wichtige Messe und berichtet.

Pink und Pop

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Auch wenn das Rahmenprogramm dieses Mal bescheidener ausfiel, als in den letzten Jahren, herrschte Volksfeststimmung bis in die tiefe Nacht. Ausstellungen und Partys in allen Straßen und Gassen, die ganz Stadt schien wieder einmal auf den Beinen zu sein. Doch es ist nicht das dolce vita, das die Design-Begeisterten nach Mailand lockt. Man will sich inspirieren lassen, ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Interieur Design 2011 zu verstehen ist und in der Fülle des Angebots Trends, Strömungen, Tendenzen erspüren. Welche Rolle spielt Design heute?

 

Mailand2011-Parador-rot-Porro

Demokratisierung des Designs

Der Anspruch, dass Dinge nicht nur funktional, sondern auch schön sein dürfen, ist selbstverständlicher geworden und für viel mehr Menschen wichtig, so dass man fast schon von einer Demokratisierung des Designs sprechen kann. Und die Messe zeigt, dass in puncto Design alles geht, aber die Grundtendenz - auch bei etablierten Stilrichtungen offenbart Lässigkeit, Schlichtheit, die ohne Opulenz auskommt, eine Art Unterstatement, wie man sie parallel auch in der Modewelt wahrnehmen kann.

 

Erdfarben bleiben

Beim Rundgang über die Messe fällt auf, dass es nach wie vor eine Vorliebe für warme, erdige, fast wohnliche Farben gibt, also Farbtöne wie Stein, Sand, Schlamm oder Mokka, Braun und Grau in allen Nuancen. Harte Kontraste sind kaum zu entdecken, allenfalls weiche Farbakzente oft in Blau oder Violett, beispielsweise als Inlay in Regalwänden. Manche Designer kontrastieren hingegen mit Neon-Akzenten oder folkloristischen Ansätzen. Darüber hinaus sieht man in Anlehnung an das Bauhaus auch klare Linien mit starken Farben wie tiefes Gelb, Rot und Blau. Ein schönes Beispiel dafür ist eine Kommode von Porro in einem satten Rot, die in ihrer Aufteilung an die Geometrie von Mondrian erinnert.

 

Mailand2011-Parador-MillTable-TeakAus alt mach neu - Recycling in neuem Licht

Möbelobjekte, die aus recycelten Materialien wie Fundholz, Altkleidern, Papierfetzen oder Plastikflaschen hergestellt werden, haben sich zu einem echten Trend entwickelt. So beispielsweise der Tisch Mill Table von Ayush Kasliwal und Thomas Lykke. Wie es heißt, haben die beiden Designer auf einer Indien-Reise einige Stapel Teak-Holz entdeckt, die aus Abriss-Gebäuden stammten. Das Material gefiel ihnen so gut, dass sie eine Tischplatte daraus bauten. Wunderschöne Hölzer, die in vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten in Indien verarbeitet wurden, vereinen sich zu einem bunten Mix aus Teak, Palisander, Akazie, Mango und Tamarinde. Auch die Tischbeine sind ursprünglich ein Abfallsprodukt: Altes Aluminium, das in eine neue Form gegossen wird. Der Tisch verbirgt seine Konstruktion ganz bewusst nicht: Deutlich zu erkennen sind die Zapfverbindungen zwischen Beinen und Tischplatten.

Noch gewagter präsentiert sich ein aus Holzresten wie kleine Latten, Leisten oder Platten zusammengefügter Sessel von Controprogetto, der  auf  einer Gemeinschaftsausstellung gezeigt wurde. Aus ausrangierten Kleidungsstücken, die mit einer Art Mörtel verklebt werden, kreiert der Kasseler Designer Tobias Juretzek einen Stuhl, den er Rememberme  Chair  nennt. Damit möchte er das, was in Kleiderschränken oder Mottenkisten in Vergessenheit geriet, zu neuem Leben erwecken. Die Wertschätzung des Alten, Gebrauchten zeigt sich im Neu-Einsatz des  Materials, in der Überführung in einen anderen Kontext.

Arts & Crafts

Neben dem Recycling-Trend ist auch eine alte Bewegung wieder aufgetaucht: Das Mitte des 19. Jahrhunderts in England entstandene „Arts & Crafts Movement“, das eine Rückbesinnung auf die Qualitäten des Handwerks auslöste. Die zentralen Merkmale dieser Bewegung – Einfachheit, materialgerechte Verarbeitung und Wertschätzung des traditionellen handwerklichen Know-hows – konnte man auf der Messe vielerorts sehen.

Mailand2011-Parador-Mailand2011-Craft-Schaf

Einen ungewöhnlichen Umgang mit traditionellen Produktionsmethoden präsentierte der taiwanesische Designer Yu-Jui Chou im Obergeschoss der Mailänder Triennale mit seinem „Bubble Sofa“: Es ist aus 999 Kugeln konstruiert, die aus dünnen Bambusstreifen geflochten werden. Diese Bambuskugeln kennt man als typische Souvenirs von Taiwan-Touristen. Hier werden sie zu einem Outdoor-Möbel zusammengefügt, das eine weitere Polsterung oder Federung nicht nötig hat.

Der derzeitige Trend zu selbst Gestricktem findet in dem Sessel „Biknit“ Anklang, den Patricia Urquiola für Moroso entworfen hat. Seine Sitzfläche besteht aus einem Strickmuster mit riesigen Maschen. Das Gestrickte ruht auf einem kontrastreichen Unterbau aus Holz und Stahl. Ein Sessel auf einer Gemeinschaftsausstellung internationalen Designs erinnert mit seiner aus bunten Kordeln zusammengesetzten Sitzfläche an einen Flickenteppich.

Archaisch wirkt der von den brasilianischen Brüdern Humberto und Fernando Campana für Edra entworfene Sessel mit seinem überdimensionierten, faltigen Fellbezug. Mit Augenzwinkern darf man ein Sofa von Meritalia betrachten, das mit farbenfrohen Kaspermützen-Lehnen zum Einkuscheln und Entspannen einlädt.

 

Mailand2011-Parador-Recycle-ControprogettoExperimente mit nachwachsenden Rohstoffen

Das Thema „grüne Möbel“ fand auf der Messe eher im Hintergrund statt. Man hatte fast den Eindruck, dass es zum Selbstverständnis vieler Hersteller gehört, mit wertvollen Materialien zu arbeiten, die ökologischen Kriterien von Natur aus entsprechen. Schließlich war ein einfacher Holzstuhl oder ein aus Weiden geflochtener Sessel schon immer naturnah, ohne irgendwelche Ideologien zu bedienen oder eine Öko-Atmosphäre auszustrahlen. Mit einem besonderen, schnell nachwachsenden Rohstoff experimentiert der deutsche Design-Professor Werner Aisslinger: Sein Stuhl „Hemp Chair“ besteht aus Hanf und dem Malvengewächs Kenaf, deren Fasern zusammen mit einem ökologischen Klebstoff verpresst werden. Das Material wird schon seit einiger Zeit für Innenverkleidungen von Autos benutzt und hält damit nun Einzug in die Möbelindustrie. 

Der Salone del Mobile 2011 suchte nicht nach Sensationen. Was vielerorts zu spüren war, ist die Wertschätzung für Material und Handwerk. Viel Bekanntes war zu sehen als wohltuende Konstante, die Orientierung und Sicherheit bietet. Und eine bunte Vielfalt, die scheinbare Gegensätze vereint: Eleganz verknüpft sich mit Recycling, Perfektes stößt auf Unvollkommenes, Holz und Metall werden harmonisch miteinander verbunden.

 

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